
Beim Eintauchen in die Industriebilder von Yulia Kazakova ist das revolutionäre Moment, das einst die Zeit der Industrialisierung für die Geschichte der Menschheit und der Technik prägte, spürbar. Jedoch entgegen jeglicher Melancholie oder stereotyper Industrie-Ästhetik gibt Yulia Kazakova den oft in Verruf geratenen Industriearchitekturen eine neue kontextuelle, räumliche und zeitliche Verortung, indem sie deren eigentliche Identität herauslöst aus den durch Zeit und Umwelt veränderten Bauwerken. Eine Dekonstruktion zum Zwecke neuer illusionistischer Konstruktionen.
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Yulia Kazakovas Bilder entstehen nach dem Prinzip der Collage. Vorgefundene Bilder, eigene Fotografien oder Zeichnungen inspirieren sie für ihre Bildideen. Sie löst die Motive, Linien und Formen aus dem ursprünglichen Kontext und nimmt sie als Grundlage für ihre Malerische Grafik, wie die Künstlerin ihre Malerei nennt. Ihre konzeptuelle Arbeit ist durchdacht und pedantisch. Wie in einem aktiven Archiv beleuchtet Yulia Kazakova die Verwertbarkeit der Bildfragmente und sortiert das Gefundene neu. Die ausgesuchten Motivfragmente setzt sie wie Puzzlestücke zu einer ganz neuen Bildwelt zusammen. Durch die initiierte Metamorphose der Motive sowie deren Wiederholung und Verdichtung entstehen neue irreale Räume von Architekturen, die eine Unendlichkeit evozieren...
Aus dem Katalogtext „ Im Sog der Traumfabriken“ von
©Constanze Musterer
Kunsthistorikerin M.A.
1980 in Moskau, Russland geboren
seit 1998 lebt in Deutschland
Studium
1994-1997 Kunstschule, Moskau (Diplom)
1997-1998 Theater-Kunst-Kolleg, Moskau (Fk.: Theaterpuppen)
2001- 2007 UdK Berlin, Fachklasse Prof. Wolfgang Petrick (Meisterschülerin)
Einzelausstellungen
2009 Galeria Tomas Cohn, Sao Paulo
2008-2009 „Ansichten“ Kulturhaus Centre Bagatelle, Berlin
2003 “Adam und Eva im Untergrund”, Bildungs- und Begegnungsstätte
für Medien “www im Kiez“, Berlin
Gruppenausstellungen
2010 „Themenwechsel“ , FORUM Factory, Berlin
2010 Art Fair SP Arte, Galeria Tomas Cohn, Sao Paulo
2009 „Bier“ Galerie Raab, Berlin
2009 “Kunst am Spreeknie”, Berlin
2009 Art Fair SP Arte, Galeria Tomas Cohn, Sao Paulo
2009 „ Form vs. Inhalt“, Haus am Kleistpark, Berlin
2009 Art Fair Zona Maco México Arte Contemporáneo,
Galeria Tomas Cohn, Mexico-City
2008 “Kunst am Spreeknie”, Berlin
2007 “Meisterschülerpreis des Präsidenten der UdK”,
Universität der Künste Berlin
2007 „Meisterschülerausstellung“, Universität der Künste Berlin
2006 „Absolventenausstellung“, Universität der Künste, Berlin
2006 “Magistrate 2006” - Kulturnacht in der Potsdamer Strasse, Berlin
2000 Ausstellung mit S.Kasakov, Stadtgalerie Fulda
1999 Internationale Biennale “Neues Aquarelle”, Kunststation Kleingassen
Stipendien:
2008-2010 Karl Hofer Gesellschaft- Atelierstipendium
2010-2011 Dorothea Konwiarz Stiftung- Stipendium